Powolny Säule mit Putto um 1914

Wienerberger Keramik
Powolny Säule mit Putto um 1914
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Michael Powolny (Judenburg 1871-1954 Wien) ist einer der bekanntesten Keramikkünstler des Wiener Jugendstils und vornehmlich wegen seiner fantasievoll-dekorativen Putten bekannt. Dass er auch große skulpturale Arbeiten gestalten konnte, hatte er bei der Mitwirkung am Palais Stoclet unter Beweis gestellt.

Powolny entwarf diese große keramische Säule mit Putto im Jahr 1913 für die Winterausstellung 1913/1914 des Museums für Kunst und Industrie. Auf zeitgenössischen Fotos ist die seltene Arbeit vor einer nischenartigen Blumentapete abgebildet und damit gut dokumentiert. Ausgeführt wurde sie in der ursprünglichen Version von der Vereinigten Wiener und Gmundner Keramik (VWGK) für die erwähnte Ausstellung. Dieses Exemplar stammt aus der Zeit um 1914 und wurde in der Wienerberger Keramikfabrik gefertigt.

Die Plastik setzt sich aus drei Teilen mit dem Säulenfuß, der Säule selbst und dem Puttoknaben mit Weintrauben zusammen. Der Mittelteil ist mit reliefartigen Darstellungen von Putten und Girlanden geschmückt. Angeordnet im Rapport, jeweils in Reihen übereinander versetzt, scheinen die Putten beinahe akrobatische Hebefiguren auszuführen. Zugleich lassen sie – so verwoben in den floralen Rankengebilden – Assoziationen an ornamentale Groteskenmalerei zu.

Bekrönt wird die Säule von einem Puttoknaben: Fast triumphierend steht er auf dem Kugelsockel da, mit Weintrauben in beiden Händen. Ist er eine Allegorie des Herbstes? Oder darf er mit den Trauben in der Hand als Symbol hedonistischer Genüsse und der Lebensfreude angesehen werden?

Bei der Gestaltung dieser Arbeit schöpft Powolny jedenfalls tief aus dem jahrhundertealten Formenkanon und kombiniert eklektisch antike Elemente (Säule) mit barocker Ornamentik (Putti, Girlanden). Dabei spielt der Keramikkünstler gekonnt mit dem Kontrast zwischen reliefartigen und vollplastischen Elementen und lässt auch das keramische Material zur Geltung kommen, wenn er etwa die Farbe des roten Scherbens gleichmäßig durch die weiße Glasur schimmern lässt.

Mit dieser keramischen Säule beweist sich Powolny in der raumgreifenden Gestaltung eines Jugendstil-Interieurs, abseits der so beliebten dekorativen Kleinplastiken aus der Werkstätte der Wiener Keramik.

Lit: Abgebildet in Elisabeth Frottier, „Michael Powolny. Keramik und Glas aus Wien“, Böhlau Verlag, Wien-Köln 1990, WV-Nr. 157 und 159; Abbildung in DK, Bd. 25 (1917) als „Keramische Säule mit Putto“, Seite 131.

Höhe 180 cm
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