Zeitleiste

1905-1910

 

 

Palais Stoclet und die ersten Großaufträge

 

Im Jahre 1905 wurde Carl Otto Czeschka Mitarbeiter der Wiener Werkstätte. Sein erster Entwurf war eine Oberskanne, Mod. Nr. S 639. Die Sängerin und Schauspielerin Eleonora Duse kaufte während eines Gastspiels in Wien bei der Wiener Werkstätte ein. Sie nahm die von ihr erworbenen Gegenstände sogar auf die Bühne mit ,weil sie angeblich besser spiele und singe „wenn sie diese schönen Dinge immer um sich sehe“. Die Wiener Werkstätte erkannte das Potential von solcher Bühnenpräsenz und begann besondere Konditionen für Bühnendarsteller einzuführen, wenn diese Kleider oder Schmuck der Wiener Werkstätte auf der Bühne trugen.hoffmann_gitterkorb Im Jahr 1905 begann auch das monumentalste Werk der Wiener Werkstätte: Adolphe Stoclet erteilte Josef Hoffmann den Auftrag ein Palais zu bauen. Nach einer Führung durch das Haus von Carl Moll, errichtet von Josef Hoffmann, wurden Hoffman und Stoclet einander vorgestellt. Die Wiener Werkstätte übernahm die Gesamteinrichtung. Die Fertigstellung sollte erst im Jahr 1911 erfolgen. Ende 1905 wurde auch das Arbeitsprogramm der Wiener Werkstätte veröffentlich. In diesem wurden erstmals alle Monogramme der Handwerker und Entwerfer gezeigt. Im selben Jahr trat die Klimt-Gruppe aus der Secession aus. Interne Spannungen bestanden seit der Gründung der Wiener Werkstätte, da Engelhart die WW als Konkurrenz zur Secession ansah. Klimt, Wagner, Hoffmann, Moll, Moser, Roller, Luksch, List, Metzner und Bernatzik traten  aus. Die Wiener Werkstätte expandierte immer weiter: Die Zweigstelle Graben 17 in der Galerie Miethke wurde feierlich eröffnet. Unter anderem war ein Modell des Palais Stoclet zu sehen. Gleichzeitig malte Klimt das Porträt der Margarete Stonborough-Wittgenstein, zum selben Zeitpunkt wurde deren Wohnung in Berlin von Moser fertiggestellt. Die Wiener Werkstätte erhält außerdem mehrere Einrichtungsaufträge und Bauaufträge, unter anderem das Jagdhaus von Karl Wittgenstein in Hochreith, das Haus Ing. Alexander Brauner auf der Hohen Warte, das Haus des Maler Wilhelm Legler in der Armbrustergasse 22 und eine Villa für den Dichter Dr. Richard Beer-Hofmann in der Hasenauerstraße 59.