Zeitleiste

1895-1900

Kunst in Wien um 1900 (1895-1900)

Kunst in Wien vor der Jahrhundertwende war sehr hoch geschätzt. Das Bürgertum konnte sich durch die Kunst mit der Aristokratie auf eine Stufe stellen. In dieser Zeit war Hans Makart einer der bekanntesten Maler, wurde er doch sogar vom Kaiserhaus gefördert. Das Kaffeehaus war zu damaliger Zeit fast eine eigene Bildungsinstitution. Mehrere avantgardistische Künstlervereinigungen wurden in Kaffeehäusern gegründet, darunter der „Hagenbund“ (1876) und kurz danach der „Siebener Club“ im Kaffeehaus Sperl. Im "Griensteidl" wurde der „Aufbruch“ gegründet sowie die Wiener Secession und die Wiener Werkstätte (1903). Die Secession umfasste 50 Gründungsmitglieder unter dem Vorstand von Gustav Klimt. Die Vereinigung wurde als Gegenpool zu der Ausstellungspolitik der zu dieser Zeit in Wien tonangebenden Künstlervereinigung des Wiener Künstlerhauses gegründet. Bereits im März 1897 beschäftigte der Antrag auf Zuteilung eines Baugrundes für die Errichtung eines Ausstellungsgebäudes den Wiener Stadtrat. im gleichen Jahr wurde der Name „Ver Sacrum“ (geheiligter Frühling) als Titel der Vereinszeitung beschlossen.

die Secession

1898 wurde das von Joseph Olbrich entworfene Ausstellungsgebäude der Secession eingeweiht. Im selben Jahr fand eine Umbesetzung der Posten der Kulturkritiker der großen österreichischen Zeitungen statt: Berta Zuckerkandl trat in die „Wiener Allgemeine Zeitung“ ein, Hermann Bahr ging zum „Neuen Wiener Tagblatt“ und zur „Österreichischen Volks-Zeitung“, Ludwig Hevesi kam zum „Fremdenblatt“ und Franz Servaes bediente die „Neue Freie Presse“. Waren Kunstkritiker bis dahin eher katalogdienstlich tätig und gaben die allgemeine Meinung des Volkes wieder, so stellten sich diese neuen Kunstkritiker auf die Seite der Künstler und versuchten von selbigen zu lernen. Sie verstanden sich als Lehrer, ihre Aufgabe war es den Laien für den Künstler zu erziehen. Diese Geschehnisse ebneten den Weg für den Erfolg der modernen Kunst der damaligen Zeit. Am 12. November 1898 fand die erste Ausstellung im neu fertiggestellten Secessionsgebäude statt. Nicht nur die positiven Kritiken der neuen Kunstkritiker waren ausschlaggebend für den Erfolg der Secession, auch die Ausstellungsgestaltung war legendär. Koloman Moser, Josef Hoffmann und Joseph Olbrich setzten in der Planung der Ausstellungen neue Maßstäbe.